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Lebensbilder
Zusammenfassung zur Veranstaltung am 08.09.2004
Referent: Prof. Dr. Wolfgang Lorenz (Annaberg-Buchholz)
Die
Veranstaltung zum Thema „Lebensbilder" war dem langjährigen Vereinsmitglied und
hochgeschätzten Leipziger Genealogen Hanns Berger gewidmet, der am 20. August 95
Jahre alt wurde.
Hanns Berger hat sich als Genealoge und Lokalgeschichtsforscher
außerordentlich verdient gemacht. Schon seit seiner Schulzeit beschäftigte er
sich mit Familiengeschichtsforschung. Dabei ging es ihm nicht hauptsächlich nur
um Personendaten. Die Erforschung der Lebensschicksale seiner Vorfahren waren
immer in die jeweilige Orts-, Sozial- und Kulturgeschichte eingebettet. So
entstanden mit langjährigem Engagement beispielgebende Arbeiten zur Genealogie
der Familie Berger-Herrmann. Daneben widmete sich Herr Berger der Orts- und
Heimatgeschichte, insbesondere der seines Geburtsortes. So schuf er das
„Verzeichnis der Haus- und Gutsbesitzer in Bockau 1560-1841", eine Publikation,
die auf der Auswertung von Gerichtsbüchern basiert.
Hans Berger wurde am 20. August 1909 in Bockau geboren. Nach der Grundschule
besuchte er die Landes- und Fürstenschule St. Afra in Meißen, wo er als
Internatsschüler 1929 das Reifezeugnis ablegte. 1929 wurde er als Anwärter für
den sächs. staatlichen Forstberuf zugelassen und begann sein Studium an den Unis
Kiel, Innsbruck und schließlich an der Forstakademie Tharandt (TH Dresden).
Abschluss 1932 als Dipl.-Forstingenieur und sächsischer Forstreferendar.
Eingesetzt wurde er in der Forsteinrichtung, und er tat seinen Dienst an
verschiedenen, vor allem erzgebirgischen Staatsrevieren.
Hanns Berger heiratete 1940 und war von 1940 bis 1947 im Krieg und in
Gefangenschaft.
1947 musste er zur Wismut und arbeitete dort bis 1952, anschließend war er in
Zwickau beschäftigt, und ab 1954 bis zur Rente 1974 arbeitete Hanns Berger im
Rahmen des „Erzprojektes Leipzig" bei der Rekultivierung stillgelegter
Bergbauflächen und bei der Wiederaufforstung.
Neben der Familienforschung beschäftigte sich Hanns Berger mit einer
umfangreichen Käfernsammlung, mit Arbeiten zur farbgerechten Aufbewahrung von
Spinntieren für museale Zwecke, mit Fotografieren und stilkundlichen Bearbeitung
aller Kirchen in 40 km rings um Leipzig und mit Mikroaufnahmen von niederen
Pilzen.
Auf
Grund seiner wissenschaftlichen Arbeitsmethoden half Herr Berger entscheidend
mit, der Genealogie zu der ihr gebührenden gesellschaftlichen Anerkennung zu
verhelfen. Aus Anlass seines 95. Geburtstages und seiner Verdienste bei der
Familienforschung wird Hanns Berger die Ehrenmitgliedschaft der Leipziger
Genealogischen Gesellschaft e. V. zugesprochen. Der Vorsitzender der LGG, Dr.
Bauer, hielt die Laudatio über Hanns Berger und überreichte ihn die Urkunde über
die Ehrenmitgliedschaft.
Anschließend referierte Prof. Dr. Wolfgang Lorenz (Adam-Ries-Bund
Annaberg-Buchholz) über „Lebensbilder", dargestellt an vielen Beispielen, und
würdigte ebenfalls die Leistungen von Hanns Berger.
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