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3. Kolloquium zur sächsischen Genealogie 2004
Zusammenfassung vom 27.03.2004
Am 27. März 2004 fand in den Räumlichkeiten des Sächsischen Staatsarchivs
Leipzig eine genealogische Fachtagung statt. Anlass dieser Veranstaltung waren
das 50-jährige Jubiläum des Staatsarchivs Leipzig und das 25-jährige Bestehen
der Leipziger Genealogischen Vereinigung. Die ca. 120 Teilnehmer kamen v. a. aus
Leipzig, Chemnitz und Dresden.
Die Begrüßung wurde von der Leiterin des Sächsischen Staatsarchiv Leipzig,
Frau Ingrid Grohmann, sowie vom Vorsitzender der Leipziger Genealogischen
Gesellschaft e. V., Herrn Dr. Uwe Bauer, vorgenommen. Herr Bauer erinnerte an
die genealogische Tradition der Stadt Leipzig, die in organisierter Form bereits
1904 in der Gründung der Zentralstelle für deutsche Personen- und
Familiengeschichte ihren Niederschlag fand. Einen institutionellen Neuaufbau
erfuhren das Archiv und die Sammlungen dieser Stiftung 1967 mit der Bildung der
Zentralstelle für Genealogie in der DDR als staatliche Einrichtung. Daneben
entstand 1979 die Arbeitsgemeinschaft Genealogie im Kulturbund der Stadt
Leipzig, aus der 1990 die Leipziger Genealogische Gesellschaft e. V. hervorging.
Grußworte überbrachten der Beigeordnete für Kultur der Stadt Leipzig, Herr
Dr. Georg Girardet sowie Herr Prof. em. Hartmut Zwahr.
Der Vorsitzender der DAGV, Herr PD Dr. Hermann Metzke, referierte in einem
ersten Fachvortrag über „Probleme der Genealogie in Deutschland". Dabei ging es
u. a. um Fragen der demographischen Entwicklung, der Änderung der
Familienstrukturen sowie die Datenschutzgesetzgebung.
Der nächste Tagungsbeitrag beschäftigte sich mit den „Möglichkeiten der
Familiengeschichtsforschung im Sächsischen Staatsarchiv Leipzig". Die
Referentin, Frau Martina Wermes, ging dabei auf ausgewählte Bestandsgruppen wie
auch auf methodische Ansätze ein.
Der im Programm verzeichnete Vortrag von Herrn Dr. Weiß über den genealogischen
Verein Roland (Dresden) 1933 bis 1945 musste leider krankheitsbedingt ausfallen.
Herr Dr. Uwe Bauer widmete sich den „Lebensbildern als Darstellungsform
genealogischer Forschungsergebnisse". Diese Form der
Familiengeschichtsschreibung, die das individuelle Leben mit seiner
Subjektivität zum Gegenstand hat, wird gegenwärtig häufig im Rahmen der Kultur-
und Mentalitätsgeschichte genutzt.
Ein weiterer Vortrag, gehalten von Herrn Prof. Wolfgang Lorenz, hatte die
Erbteilbüchern im Stadtarchiv Annaberg-Buchholz zum Inhalt. Anhand von
Beispielen wurde aufgezeigt, welch umfangreiche Aussagen die Stadtbücher für die
materiellen und finanziellen Lebensumstände von Personen und Familien geben
können.
Es ist geplant, die Beiträge in einem Tagungsband der Öffentlichkeit
zugänglich zu machen.
Neben den Vorträgen wurden Archivführungen angeboten, die von den
Tagungsteilnehmern gern genutzt wurden. Daneben bestand die Möglichkeit des
Buch- und Broschürenerwerbs, die Vereine, das Staatsarchiv Leipzig sowie der
Verlag Degener & Co. anboten.
Alle Beteiligten waren sich einig, dass es sich um eine gelungene und
interessante Veranstaltung handelte.
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