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Kolloquium zur sächsischen Genealogie 2002
Soziale und geographische Beweglichkeit vor 1750 im Beispiel der Leipziger
Kaufmannsfamilie Tripto
Zusammenfassung zum Vortrag am 16.03.2002
Referent: Herr Prof. Dr. Martin Rödenbeck, Leipzig
Florentine Elisabeth Tripto (1736 - 1764), die erste Frau Georg Rudolph
Böhmers (1723 - 1893), langjähriger Professor und mehrfacher Rektor der
Universität Wittenberg, entstammt dem Leipziger Handelsbürgertum. Ihre
Ahnenliste vermittelt für diese Bevölkerungsschicht ein detailreiches Bild der
sozialen Entwicklung von Leipzig des 16. bis 18. Jahrhunderts und der Wurzeln
innerhalb und außerhalb von Leipzig.
Eheschließungen, Patenwahl und zahlreiche Verträge lassen die engen
Verflechtungen in der Leipziger Gesellschaft sowie mit anderen Städten deutlich
werden. Aus Kauf- und Erbverträgen werden von Generation zu Generation
wachsendes Vermögen und zunehmender gesellschaftlicher Einfluss in Leipzig
erkennbar.
Außerdem zeigen Eheschließungen und der Erwerb des Bürgerrechts eine
anhaltende Zuwanderung vor allem männlicher Personen nach Leipzig. So bildet die
längste in der betrachteten Ahnenliste erfasste Linie ausschließlich in Leipzig
geborener Personen eine reine Mutterlinie von 7 Generationen, während keine
Vaterlinie dieser Art nacheinander mehr als drei Generationen umfasst.
Ausgangsorte der Zuwanderung sind neben der engeren Umgebung von Leipzig u.a.
die Städte Halle (Saale), Gera , Jüterbog, Nürnberg, Frankfurt (Main) und
Aachen. Unter den Paten werden auch Verbindungen nach Dresden, Breslau und
Hamburg sichtbar.
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