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Einschätzung der weiteren Entwicklung der Familienforschung am Beispiel des Altenburger Landes
Zusammenfassung zum Vortrag am 14.11.2001 Referent: Karlheinz
Weidenbruch
Unter dieses Thema stellte Herr Weidenbruch seine Ausführungen anlässlich der
Zusammenkunft der Leipziger Genealogischen Gesellschaft am 14. November 2001.
Anliegen dieser Ausführungen sollte es sein, herauszuarbeiten, welche
Anforderungen werden zukünftig an die Arbeit von genealogischen Vereinigungen
gestellt. Dabei sollte eingeschätzt werden, wie zukünftig die Inhalte von
Anfragen sein könnten.
Es gibt sicher unterschiedliche Auffassungen darüber, ob die Genealogie als
Hilfswissenschaft der Geschichte prognostizierbar ist oder nicht. Letztlich hat
aber die Genealogie methodisch und inhaltlich hinsichtlich der Ermittlung,
Darstellung und Weiterverbreitung von genealogischen Daten eine eigene, ganz
spezifische Entwicklung genommen. Es ist also durchaus ganz legitim,
Schlussfolgerungen zu ziehen, wie sich diese Methoden und Inhalte weiter
entwickeln könnten. Das Hauptanliegen der Genealogie wird auch in Zukunft
unveränderlich bleiben: Daten, Geschichte und Lebensbedingungen von persönlichen
Vorfahren zu ermitteln. Die Erfassung und Darstellung von Forschungsergebnissen
unterlag in der Vergangenheit – und unterliegt damit auch in der Zukunft -
Veränderungen. Ihre Methoden sind also vom historischen Umfeld abhängig.
Ausgehend vom Altenburger Land, dem Territorium des früheren Herzogtums
Sachsen Altenburg, wurde erläutert, dass die Geschichte der Genealogie eine
eigene spezifische Entwicklung genommen hat und es immer wieder Versuche gab, zu bestimmten Zeitpunkten Bestandsaufnahmen vorzunehmen. Heute stellen wir
fest, dass es um 1900 eine Blütezeit gab, deren Träger hauptsächlich die
Altenburger Großbauern waren (Es gab natürlich auch aktive bürgerliche
Forscher).
Am Beispiel des Lebensweges des Bauern Julius Nitzsche wurden die Triebkräfte
für eine aktive Heimat- u. Familienforschung genannt, welche zur Erstellung
einer Vielzahl von Stammtafeln für einzelne Bauernhöfe führte. Einen weitern
Höhepunkt erlebte die Familienforschung nach dem 1. Weltkrieg. Ab jetzt traten
bürgerliche Familienforscher verstärkt hervor. Diese Aktivitäten und das
Bedürfnis zum Zusammenkommen mit Trägern gleichen Namens führte besonders in der
Zeit von 1920 bis 1930 zu Gründungen von Familienverbänden. Zur Koordinierung
der Arbeit dieser Verbände bei Einbeziehung einzelner Forscher gründete Paul
Leidner im November 1928 die „Arbeitsgemeinschaft Altenburger Familienverbände
und Freunde der Familienforschung“. Nach dem 2. Weltkrieg erfolgte eine
verstärkte Hinwendung zur Stammforschung. Dazu wurde am Beispiel von Dr.
Nehrlich (1913 – 1990) die Forschung nach den Namen „Köhler“ erläutert.
Es ging also Anfangs bei der Stammforschung um die Erfassung gleicher
Namensträger in einem lokal begrenzten Raum. Heute werden gleiche Namensträger
weltweit gesucht.
Begünstigt wird das durch die internationalen Kommunikationsmöglichkeiten.
Anfragen aus aller Welt lassen erkennen, dass es eine Familienzugehörigkeit gibt
mit Nachfahren von ausgewanderten Vorfahren. Wir bekommen also Familienverbände
auf internationaler Basis. Es kann wohl zurecht eingeschätzt werden: Die
Stammforschung wird in Zukunft überdurchschnittlich wachsen. Daraus folgt: Es
wird zunehmend eine neue Form von Anfragen an uns herangetragen, welche die
Suche von bestimmten Namensträgern eines lokalen Gebietes betrifft.
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