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Über Erfahrungen beim Aufbau eines eigenen Familienarchivs
Zusammenfassung zum Vortrag am 12.06.2002 Referent: Dr. Uwe Bauer
Die Stufen der genealogischen Entwicklung eines Familienforschers können wie
folgt dargestellt werden, wobei diese Stufen auch den Entwicklungsaufbau eines
persönlichen Familienarchivs enthält:
1. Startphase
Beginn mit einer Zündung, ein besonderes Ereignis, wo der Wunsch geweckt wurde,
selbst Familienforschung zu treiben.
Unterlagen: nur wenige Unterlagen; zu diesem Zeitpunkt macht man sich nur
wenige Gedanken darüber.
2. Anfängerphase
Aufbau einer Ahnenliste; Sammeln von Daten nach dem genealogischen Grundgerüst;
Aneinanderreihung von Daten; „Grabsteingenealogie"; Sammeln in Ordnern, in der
Regel die ersten 10 Generationen
Unterlagen: Unterlagen überschaubar; meist in Kartei- und Heftform;
Gedanken über die Anschaffung eines Computer-Genealogieprogrammes
3. Gesellenphase (Fortgeschrittene)
Systematisches Sammeln von Daten nach vorgegebenen Schwerpunkten und
Ordnungsprinzipien; Sammeln von allgemeinen Daten zur betreffenden Person;
Betrachtung des Umfeldes; Zusammenhang zwischen Genealogie und historischer
Soziologie; Mehrung von „toten Punkten"
Unterlagen: Anschaffung eines genealogischen Computerprogramms;
Archivierung der Daten in den Dateien des Computerprogramms
4. Meisterphase
Das geordnete Sammeln geht in genealogisches Forschen über, vermehrter Austausch
mit anderen Partnern; Ohne Computerprogramme ist das genealogische Forschen nur
mit großem zusätzlichen Zeitaufwand beherrschbar
Unterlagen: Daten in verschiedenen Formen häufen sich; Aufbau eines
eigenen Familienarchivs wird notwendig
Der Grundsatz zum Aufbau eines eigenen Familienarchivs ist banal: So
ablegen, das man alles wieder findet! Seine Realisierung ist aber
kompliziert.
Das eigene Familienarchiv, genannt bauerarchiv, umfasst gegenwärtig 40 große
Ordner, 10 kleine Ordner, 5 Stehordner, 10 Klemmmappen, 15 große Kartons
(17x28x37cm) und 5 kleine Kartons (8x28x37cm). Alle Unterlagen sind in einer
Finddatei in einem Computerprogramm aufgeführt. Die Finddatei beinhaltet die
Schlagwörter: Signatur, Sachgebiet, Titel, Quelle; Erscheinungsdatum, Art,
Abteilung, Ordner, Kasten, Standort, Findbegriffe (5 Stück) und Bemerkungen. Die
Sachgebiete sind untergliedert in Bild (B), Genealogie (G), Familie (F), Ort
(O), Person (P), Region (R) und Sonstiges (S). Die Art der Unterlagen wird
gegliedert in: Ausarbeitung (A; Ausarbeitungen), Bild (B; Bilder, Fotos),
Dokument (D; Dokumente, Schriftstücke, Schriftverkehr), Kirche (K; kirchliche
Unterlagen), Literatur (L; Literatur), Standesamt (P; Personenstandswesen),
Staat (S; staatliche Unterlagen wie Gerichtsbücher etc.), Urkunden (U; Urkunden)
und Leben (V; Lebensdaten/Vita). Die Signatur ist wie folgt aufgebaut:
Sachgebiet (Buchstabe) - 2 Zahlen (Untergliederung der Sachgebiete) -
Buchstabe (Unterlagenart) - 4 Zahlen (Registriernummer)
Beispiel: F01D0001 = eigene Familienforschung, Dokument mit der Registriernummer
0001
Des weiteren existiert eine Bilddatei. Die Originalbilder sind in Ordnern
oder Kästen aufbewahrt. Alle wesentlichen Bilder (auch die, die im Original
vorhanden sind) sind eingescannt und im Computer in Dateien abgelegt. Des
weiteren existieren Textdateien, wo die Texte in einem Textverarbeitungsprogramm verfasst sind. Und die genealogischen Daten sind in einem
Computergenealogieprogramm enthalten.
Die meisten Daten sind im Computer gespeichert und werden körperlich
aufbewahrt.
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